Schäfer und Bechmann mit erfolgreichen Tests
  16.05.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Das Abendsportfest im Wiesbadener Helmut-Schön-Sportpark war nicht nur wettertechnisch ein Schritt nach vorne. All jene, die in den Tagen und Wochen zuvor von oben bis unten nass geworden waren und demzufolge Probleme hatten, ihr Leistungspotential auch nur einigermaßen auszuschöpfen, konnten in der betulichen Weltkurstadt aufatmen. Null Regen, lediglich der böige Wind und die zunehmende Kälte bremsten bisweilen den Elan. Was dazu führte, dass einige persönliche Bestleistungen aufgestellt wurden.

Auch von dem prominentesten männlichen Teilnehmer: Andreas Bechmann, Fünfter der Hallen-EM im Siebenkampf, freute sich über Freiluft-Hausrekorde im Weitsprung (7,32 Meter) sowie im Kugelstoßen (14,14 Meter). Auch seine Klubkollegin Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt), Vizeweltmeisterin im Siebenkampf, testete ihre Form erfolgreich. Na ja, zumindest zu 50 Prozent. So weit wie in Wiesbaden (6,18 Meter) war die 27-Jährige in einem Vorbereitungswettkampf noch nie im Sand gelandet.

„Mit der Weite kann ich gut leben. 6,18 Meter bei diesem Gegenwind sind absolut ok“, kommentierte Schäfer ihre Leistung, die ihr im vierten Durchgang gelangen. Die ersten drei Sprünge sahen auch recht gut aus, waren aber ungültig. Schäfers Hausrekord notiert bei 6,57 Metern. Nach der Weitenjagd wechselte die EM-Dritte die Schuhe und stieg beim Kugelstoßen in den Ring.   

Sechs ungültige Versuche sehen auf den ersten Blick etwas befremdlich aus, sind für Schäfer jedoch kein Grund zur Beunruhigung. „Vor ein paar Monaten haben wir auf die Drehstoßtechnik umgestellt. Das ist ein Langzeitprojekt im Hinblick auf Olympia 2020. Es gilt, weiter am Bewegungsablauf zu arbeiten“, so der Schützling von Trainer Jürgen Sammert. Angesprochen auf den ersten Siebenkampf und die damit erhoffte Qualifikation für die WM in Doha (Katar) antwortete Schäfer: „Wir haben drei offizielle Quali-Wettkämpfe, um das Ticket für die WM zu lösen. Los geht's Ende des Monats in Götzis, dann folgt Talence und die letzte Möglichkeit gibt es in Ratingen. Die Norm des Weltverbands liegt bei 6.300 Punkten und wurde vom DLV nicht weiter nach oben geschraubt. Das ist ein Wert, der absolut machbar ist. Wenn ich an den Start gehe, möchte ich aber richtig abliefern. Ob ich in Götzis dabei bin, ist noch nicht ganz sicher.“

Weitere hessische Spitzenathleten zeigten in Wiesbaden Leistungen von nationaler Klasse. So steigerte sich der 15-jährige Oliver Koletzko (TSG Wehrheim) im Weitsprung auf 7,31 Meter und setzte an die Spitze der DLV-U18-Bestenliste. Im ewigen hessischen U18-Ranking ist Koletzko nun schon Sechster. Ebenfalls eine Klasse für sich: Juan-Sebastian Kleta vom TV Gelnhausen als M15-Weitsprungsieger (6,91 Meter).

Die 18-jährige Lara Tortell (TV Rendel), im vergangenen Jahr Halbfinalistin bei der U18-EM, stieg über 800 Meter mit 2:09,30 Minuten ein. Damit lief sie an die Spitze der nationalen U20-Jahresbestenliste und hat die Norm für die EM im schwedischen Boras im Visier, die bei 2:06,75 Minuten notiert. „Mit dieser Zeit habe ich wahrlich nicht gerechnet. In den letzten Monaten stand bei mir eher die Vorbereitung auf das Abitur im Vordergrund. Jetzt folgen noch die mündlichen Prüfungen. Danach habe ich das Kreuz frei. Mal sehen, was dann  geht“.

In der Männerkonkurrenz setzte sich Niklas Harsy (LAZ Gießen) in 1:52,50 Minuten durch. In diesem Rennen machte Lara Tortells älterer Bruder Marc auf den ersten 500 Metern den "Hasen".

Bei den starken Männern überzeugten Marius Rosbach (TV Elz) als Diskussieger mit 50,61 Metern, im Kugelstoßen setzte sich Dennis Edelmann (USC Mainz/17,50 Meter) durch. Außerhalb der Wertung erreichte Valentin Moll (LC Rehlingen) 17,66 Meter.

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