Kinderleichtathletik: Das Erfolgsmodell wirkt

Die Nachwuchs-Liga, die im Kreis Darmstadt-Dieburg in die achte Saison gehen, ist Vorbild über die Region hinaus. Schon beim Start in Mühltal könnte ein weiterer Rekord fallen.

SÜDHESSEN - Im Herbst 2011 führte der Leichtathletikkreis Darmstadt-Dieburg die Kinderleichtathletik-Liga ein. Seitdem hat sich daraus ein Erfolgsmodell entwickelt, das deutschlandweit vorbildhaft wirkt. Die Vorsitzende des Kreises, Andrea Zemke (Klein-Umstadt), gerät ins Schwärmen, wenn sie über diese Veranstaltungsserie für die Jüngsten erzählt. Was einst von vielen Seiten belächelt wurde, ist heute aus der Leichtathletik nicht mehr wegzudenken. „Wir bewegen an jedem Wettkampftag fast 400 Kinder“, so die erfahrene Ehrenamtlerin.

Zum Auftakt der achten Saison an diesem Wochenende in der Kreissporthalle Nieder-Ramstadt könnte die 400er-Marke sogar erstmals geknackt werden. Für die Wettbewerbe am Samstag (13 Uhr, U 12) und Sonntag (10 Uhr, U 8 und 13 Uhr, U 10) liegen 437 Meldungen vor. „Wir sind mega stolz.“ Überhaupt ist die Entwicklung der Zahlen erstaunlich. Waren es aufs Jahr gerechnet in den Anfangszeiten wenige hundert Teilnehmer, standen 2014 schon 1325 Kinder in den Listen. Im vergangenen Jahr schließlich 1826 Nachwuchskräfte.

Früh wurde im Kreis die Bedeutung erkannt. „Wir waren der erste Kreis, der eine stellvertretende Vorsitzende Kinderleichtathletik hat.“ Pro Jahr werden fünf Wettkampfwochenenden veranstaltet, bei denen übers Jahr alle Disziplinen abgedeckt werden, die das Wettkampfprogramm des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV) vorsieht. „Wir haben aber auch Disziplinen weiter entwickelt und für diese eine Sondergenehmigung“, so Zemke. Beispielsweise wird im Kreis ein Tandem-Team-Biathlon, angeboten. „Hier dürfen bei uns anders als im DLV-Wettkampfsystem vorgesehen, alle Kinder starten.“

Um Disziplinen wie Hoch-Weitsprung, Medizinballstoßen oder Hindernis-Sprint-Staffel regelkonform und vor allem kindgerecht durchzuführen, wurde im Kreis eine Ausbildung für Stationsleiter entwickelt. „Die ist momentan einzigartig in Deutschland“, erklärt Zemke. „Wir bilden jedes Jahr an verschiedenen Terminen Eltern und Jugendliche aus, die dann an den Wettkampftagen die Stationen betreuen und so für eine hohe Qualität der Wettbewerbe sorgen.“ Dass daraus später oftmals Kampfrichter werden, ist ein wichtiger Nebeneffekt.

Dies alles wird weit über den Kreis hinaus als vorbildlich wahrgenommen. „Zurzeit stellen wir unsere Idee der Stationsleiter-Ausbildung im DLV vor, da sich mehrere Landesverbände dafür interessieren“, sagt Zemke. „Wir wurden außerdem als Kreis angefragt, bei der Weiterentwicklung der Disziplinen und Gültigkeitskriterien mitzuwirken.“

Zemke betont dabei den Zusammenhalt im Kreisvorstand. Nici Müller (TG Traisa) als stellvertretende Vorsitzende Kinderleichtathletik, Kinderwartin Antje Judt (LG Langen), Julia Lehn (TSG Messel) als Jugendwartin, Kampfrichterwartin Monika Resch (TuS Griesheim), Rudolf Werner (Wettkampfsportwart/SG Egelsbach) und Carolin Zettel (Beisitzerin Kinderleichtathletik/SG Weiterstadt) stellen mit Zemke ein starkes Team, das es allen Beteiligten ermöglicht, Ehrenamt, Familie, Beruf und Ausbildung miteinander zu vereinbaren. „Seit Gründung des Ausschusses haben zwei von uns ein Baby bekommen und zwei erfolgreich ihr Examen absolviert. In dieser Zeit sind alle anderen zusammengerückt und haben die Aufgaben neu verteilt“, erzählt Zemke.

Quelle: Darmstädter Echo - von Markus Philipp erschienen am 16.03.2019